Destillation


Bereits 200 Jahre vor unserer Zeit war in Mesopotamien eine primitive Form der Wasserdampfdestillation für die Gewinnung von Zedernöl bekannt.
Dieses Verfahren ist aber mehr als 3000 Jahre alt gewesen und wurde bereits in China praktiziert.
Die Verfeinerung der Wasserdampfdestillation wie man Sie heute kennt, verdankt man den Arabern und wurde erst viel später angewandt.
Das Wort „Alambic" (Destilliergerät), was in der ganzen Welt Verwendung findet, stammt aus der arabischen Sprache
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Das Riechen


Bereits 100 Jahre vor Christus der Naturphilosoph Lucretius Carus formulierte die
Theorie über die Struktur-Wirkungsbeziehung von aktiven Molekülen beim
Riechprozess, in dem ein Geruch ausgelöst wird, wenn Moleküle durch Schlitze des
Sinnesorgans mit genauer Form hindurchtreten können.
Heute ist diese Theorie, die weit komplizierter als die anderen alten philosophischen
Theorien der Zeit war, aber in den Grundzügen korrekt war, noch nicht 100%ig
entwickelt.
Da nicht nur Geruchserlebnisse vermittelt werden, sondern eine Fülle von
Informationen die Empfindungen im Bewussten und Unterbewussten auslösen, wird
hier noch vieles zu entdecken sein.
Der Riechsinn ist der einzige Sinn, der direkt mit dem Gehirn verbunden ist und
unterliegt keinerlei Kontrollinstanzen.
Wenn ein Geruch wahrgenommen wird, ist es in sich ein absolutes Erlebnis, dass
nicht irgendwelchen dualistischen Prozessen unterliegt, da der Riechkolben im
lymbischen System lokalisiert ist. Das lymbische System beherbergt unser
Gedächtnis, reguliert unsere Emotionen und steuert Ekel und Lust, auch im
freudischen Sinne
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Das Animalisch-Erotische-Prinzip


Erst nach dem Ende der 20er Jahre begann man die Bestandteile und die olfaktorische Prinzipien der wohlriechenden Blütendüfte, Harze und Früchte sowie Wurzeln zu entdecken.
Man hat sich Gedanken darüber gemacht ,warum, wenn bestimmte unangenehm
riechende isolierte Bestandteile von Blütenölen in Kombination mit anderen, nicht
nur angenehme, sondern gerade erotisierende Eigenschaften besitzen.
Diese angenehme Kombinationen bilden das wichtigste olfaktorische Prinzip der
Blüte.
Im Falle der Jasminblüte, ist das unangenehme ,widerlich stinkende und
stickstoffhaltige, fäkalienartige riechende Indol, -ein verwandter Stoff des beta-Indols
(genannter Skatol)- , der in menschlichen Fäkalien vorkommt, in Kombination mit
anderen Komponenten, gerade das erotisierende Prinzip, eines der wichtigsten
Naturstoffe der Parfümerie.
Bis 1962 dauerte es bis man das letzte olfaktorische Prinzip des Jasmins lüftete:
Heute weiß man, dass Jasminöl aus mindestens 100 bekannten chemischen
Verbindungen besteht und, dass die wichtigsten davon Benzylacetat,
Benzylbenzoat, den Lavendelstoff Linalool, Jasmon und Methyljasmonat ,den
charakteristischen Duft des Jasmins darstellen.
 
S.G. Jasmonoiden sind in vielen ätherischen Ölen wie Lavendelöl, Neroliöl,
Bergamotteöl, Rosmarin, Tuberose, Gardenia und sogar in Pfefferminzeöl zu finden.
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Die Blüten und ihre erotisierende Komponenten
 
Die erotisierenden animalisch-ähnlichen Komponenten in Blütendüften, die isoliert von der Blüte als nicht gerade
angenehm, sondern teilweise urin- schweiß- und fäkalienartig empfunden werden, geben
gerade der Blüte, in Verbindung mit den anderen sehr wichtigen Komponenten, dem Flair die die
Blüte Ihrer Ausstrahlung verdankt.
Die Studien über die Zusammensetzung von Blütendüften, sowie die Werke von
großen Parfümeuren so wie Paul Jellinek oder Ohloff, geben uns interessante
Rückschlüsse darüber.
Verschiedene Komponente der natürlich vorkommenden Blütendüfte erinnern an
verschiedene Körpergerüche des Menschens und werden teilweise auch im
menschlichen Körper produziert. Viele davon stammen tatsächlich aus Hormon
verwandten Stoffen, die im Körper in den Axelregionen und in den
Urogenitalregionen vorkommen.
Man findet im Myrrhenharz, vielleicht der meist genannte Stoff der Bibel,
Testosterone ähnliche Substanzen.
Bei der deutschen Kiefer hat man Testosterone und den menschlichen Stoff
Androstenedione gefunden.
Die Parfümeure der vergangenen Jahrhunderte haben diese erogene Prinzipien
durch die Praxis erkannt, ohne das Psychologische ergründet zu haben.
Jedes heutige s.g. französisches Parfüm besitzt mindestens eine Fäkale und
schweißige Komponente zugleich. Diese Effekte werden durch die Zugabe von
verschiedene synthetische Moschus- und Ambratöne sowie Laktone und
Fettaldehyde erreicht.
Weil es gerade so schwer ist diese s.g. einheitlichen Grundstoffe einzubinden, ohne
die gesamte Komposition zu gefährden, werden diese in verschiedenen Blüten
vorkommenden Stoffe in der Form von Blütenölen, um die Komposition zu
harmonisieren ,eingesetzt.
Diese in Form von Natur- und pflanzlichen Öle (aber nicht nur!) vorkommenden
erogene Stoffe, beinhalten andere Komponente, die den Überschuss an den erogen
wirkenden Duftstoff (Indol, Phenylessigsäure, Paracresol, u.s.w.) natürlich mildern
oder gar so kunstvoll begleiten , dass man mit guten Gewissen den natürlichen
Material den Synthetischen bevorzugt .
So sehen wir in Indol eine fäkalartige, animalische Note.


Indolhaltige Blütenauszügen:


Indolhaltige Blüten- und Pflanzenauszügen sind u.a.:
Jasmin , Orangenblütenöl, Nerolioel, Akazienöl, Goldlack
(Nelkenblütenöl), Maiglöckchenöl, Flieder


Phenylessigsäure
Eine andere animalische Note gibt die Phenylessigsäure.
Diese Säure hat auch eine fäkalartige und honigartige Note zugleich, die
z.B. in Orangenblütenöl zu finden ist, sowie in Rosen, Ginster und Lindenblüten.
Man mutet den selben Stoff einer erogenen Rolle in Tabak zu.
Vor allem die mittelamerikanischen Sorten sind dafür bekannt und sehr beliebt.

Wie oben erwähnt, gibt es genug pflanzliche Stoffe, die animalischen, exaltierenden Charakter besitzen.

Erklärung über die Verwendung animalischer Duftstoffe:


-dupetit Natural Products, will und kann  heute auf animalische, chemische und synthetische
Herkunft bei ihren Komponenten verzichten, wie Sie hierunter sehen werden.
Die Qual der Tiere, oder dessen Ausrottung (wie die der Potwale oder des
Moschushirsches), sollte niemand für einen "speziellen" Dufteffekt im Kauf nehmen . – 

  Paracresylester
Paracresylester, ein Schweißartiger Duftbaustein, hat man in Jonquille und Narzissen entdeckt.
Viele verwandte Stoffe davon findet man in Ylang-Ylang, Nelkenblütenöl und
Jasminöl in der Form von Paracresol.
Hier endet aber die Liste der erogenen Stoffe in der Pflanzenwelt nicht.
Andere erotisierende Riechstoffe dessen Prinzip aus der Ähnlichkeit mit
menschlichen Körperdüfte (Schweißartig):
die Abkömmlinge davon sind z.B.
Fettaldehyde
 

wie
Octylaldehyd:
Lemongrass, Orangenöl, Mandarinenöl, Neroliöl, Irisöl, Corianderöl, Citronenöl,
Cassieblütenöl, Edeltannenöl
Decylaldehyd:
Lemongrass, Orangenöl, Mandarinenöl, Neroliöl, Irisöl, Corianderöl, Citronenöl,
Cassieblütenöl
Laurinaldehyd:
Rautenöl und Edeltanne.
Myristinaldehyd:
Irisöl
Hydrozimtaldehyd:
Ceylon-Zimt, Hyazinthenarten, Flieder, Lilie, Styrax
Buttersäure & Isobuttersäure:
(ein Stoff mit deutlichem Schweißgeruch):
Lavendelöl, Macisöl
Laktone
Besitzen eine Ähnlichkeit mit dem Geruch der Kopfhaut, oder der urogenital Region.
Wurden in Moschuskörneröl, Costuswurzelöl und Alanthöl nachgewiesen und in
Karottenöl, Muskateller Salbei, aus dem Sclareol stammt, sowie in terpenfreien
Cypressenöl vermutet.
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 Wirkungsschema der Geruchsgruppen


Man kann, gemäß Paul Jellinek, einer der berühmtesten deutschen Parfümeure -
wenn nicht der Berühmstete -, die Duftwirkungen aus der Natur nach dem
ausgelösten Gefühl
("Wirkungsschema der Geruchsgruppen - von Paul Jellinek") in vier Hauptgruppen gliedern, die wiederum in zusätzliche 4
Zwischengruppen unterteilt werden.
Diese sind:
I: die animalischen Gerüche (fettig -wachsartig-, schweißig (ranzig), käsig, faulig,
urin-, fäkalartig = basisch-stumpf
II: Blumen und Harze (balsamisch und blumig -rosen- veilchen-, fliederartig)
= süß-weich

III: terpene und Kampferarten (kampferig -mentholartig-, harzig -terpentinartig-, grün
und sauer) = säuerlich, scharf

IV: alle Pflanzengerüche mit Ausnahme von Blütendüfte, also: Samen, Blätter,
Wurzeln und Stiele (holzig, krautig, würzig, moosig, brenzlich) = bitter (herb), hart.


Diese Bezeichnungen sind relativ und werden nur beim Vergleich mit anderen
Gerüchen (subjektiv) angewendet, da wie Anfangs erwähnt wurde, der Geruchssinn
besitzt Erkenntnisnatur= keine Dualität (Überlegung)
Bestimmte Stoffe in der Blüte oder in der natürlich vorkommenden Quelle, stehen in
einer innigen Beziehung zueinander, was das Empfinden eines für den Menschen
angenehmen Duftes angeht.
Jede/r wird einverstanden sein, dass die Stoffe der Gruppen III z.B. Kampferöl eine
desodorisierende Wirkung, vor allem in Toilettenreiniger und Zahnpasta
verwendet, ausübt. Gerade antierogen wirken diese Stoffe bei der Überdeckung
des Indols oder ihre verwandten Duftstoffe.
Ein s.g. Riechkomplex, so wie wir in der Blüten kennen, vereinigt alle diese vier
Richtungen.

Die Studie dieses "Wirkungsschema der Geruchsgruppen (von Paul Jellinek)" ist der Schlüssel für eine gelungene Parfümkomposition.    

Weiter mit:

Liste einiger Duftquellen der pflanzlichen Welt

Wirkungsschema der Geruchsgruppen nach P. Jellinek

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